Eine IBM Modell D mit Braille-Schrift.

Die hübsche IBM Schreibmaschine ist auf den ersten Blick gar nicht als Schreibmaschine für Blindenschrift erkennbar. Eine Schreibmaschine mit normaler Tastatur, jedoch hat sie kein Farbband, dadurch sind kaum Verschmutzung vorhanden. 
Dieses IBM Modell D, hat statt den üblichen Buchstaben-Typen, Typen in Braille-Schrift, mit halbrunden, vorstehenden "Boppeli", die beim Auftreffen auf das Papier und der Gummiwalze, auf der Rückseite erhobene kleine Beulen presst, diese sind dann im Papier zum Lesen mit den Fingern fühlbar. Das bedingt, dass von rechts nach links geschrieben wird und das Blatt nach dem entfernen gewendet wird, um die dann vorstehenden "Boppeli" von links nach recht lesen zu können.

 

 

 

Diese Maschine wurden um 1965 gebaut und wurden üblicherweise mit einer normalen Schrift bestückt und im Bürobereich eingesetzt. Dies war sicher eine Schreibmaschine auf Bestellung. Ursprünglich sei sie von einem blinden Studenten genutzt worden. Danach kam sie zur sehbehinderten Spenderin. Die Dame hat vor einigen Jahren auf moderne Infrastruktur umgestellt und so kam nun die Maschine in unser Museum.


Beispiel E-Mails:

Heute wird der Schwarztext am Computer, mit einer anzeigenden Braille-Zeile mit angesteuerten ausfahrenden Rundstiften angezeigt, die Informationen werden dann mit den Fingern erfühlt gelesen und über die Tastatur beantwortet.

 

Es gibt aber immer noch praktisch unveränderte mechanische Maschinen, die mit einer Steno-ähnlichen Tastatur in Braille drucken.

 

Wo gibt es im täglichen Leben etwas mit Braille-Schrift zu finden? 
Im Medizinschränkli. Medikamente-Verpackungen werden heute (nicht immer) aber doch zunehmend mit dieser fühlbaren Brailleschrift auch für Blinde beschriftet.

 


Smith Corona - - - die kleine elektrische Reisemaschine

Ein Bericht einer weit gereisten Reiseschreib-maschine, die von Mitte 1985 bis 1990 mit ihrer Reisebegleiterin als Rapport-Schreiberin unterwegs war.
Dies zu einer Zeit in dem PC, E-Mail, Internet, und Kamera im Handy, bestenfalls hören sagen und Wunschträume waren.

Mit einer Modemverbindung konnte ich nichts anfangen. Aber nach Hörensagen waren in dieser Zeit abgerechnete Telefon-Modem-Verbindungen teuer, langsam und landesübergreifend unzuverlässig. Zuverlässiger war nach der Landung, der Fussweg der Reiseleiterinan im Flughafen an den Kuoni-Stand, um die getippten Rapporte abzugeben.

 

Nun vor meiner Reise ins Schreibmaschinenmuseum, bekam ich noch einen abschliessenden Rapport-Job von meiner Schreiberin und das in gewohntem Design. Inklusive allen Unzulänglichkeiten die bei direkter Schreibarbeit auf Papier entstehen können, und halt hängen bleiben. Zudem, keine von uns zwei, ist heute noch im täglichen Maschinen-Schreibtraining. 
Wie sähen heute wohl "E-Mülls" aus, ohne die spontane Korrekturmöglichkeit oder die automatische Fehlerkorrektur auf dem Bildschirm, oder auf dem Kreditkarten-Display vom Smartfon.

Nebenbei:

Ich lege Wert darauf, dass ich nur knapp halb so schwer bin, wie die ältere Olympia Kollegin im nächsten Beitrag. Und jederzeit klaglos für eine Reise in den schützenden Koffer schlüpfen kann.

 


 

 

 Die Olympia SG 1  ab 1953

Die Technik der "Olympia SG 1" gleicht in vielen Punkten der Optima M 10, die in Erfurt hergestellt wurde. So wie das Land, wurden infolge des Zweiten Weltkriegs auch die Olympia-Werke zweigeteilt. Als Rechtsnachfolger der Olympia-Werke galt ab 1949 das Werk im westdeutschen Wilhelmshaven. Das ursprüngliche Olympia-Werk in Erfurt, wurde nach Gründung der DDR verstaatlicht und setzte als "Optima Büromaschinenwerk VEB" in der DDR die Schreibmaschinen-herstellung fort. Im Vergleich der technischen Ausstattung der beiden genannten Maschinen, ist der gemeinsame technische Ursprung  nicht zu übersehen. 
Die beiden Drehgriffe, in den Seitenwänden unterhalb dem Wagen, ermöglichen die Entriegelung des Wagens. Damit kann man durch entfernen des Wagens, ohne Werkzeug in Sekunden, an die Schrittschaltung im hinteren Teil der Maschine kommen. Es war damals eine ausgereifte Konstruktion, in präziser Ausführung einer modernen Schreibmaschine der Nachkriegszeit, gut für die Amtsstuben und die zahlreicher werdenden Firmenbüros. Und es erlaubte dem Benutzer, seine Maschine auf einfachste Weise, mit Tausch des Wagens auf Breitwagen, z.B. als Buchhaltungsmaschine einzusetzen.

Durch geeignete Farbgebung erschien die Maschine durchsichtiger als bisherige Maschinen, dies weil die inneren Rahmenteile rostrot lackiert wurden und gestanzte Verbindungsteile, Schrauben, Achsen und Blechteile durch Oberflächenveredelung hell und sichtbar wurden. Das war kein schwarzes Loch mehr, sondern übersichtlich für Reinigungs- und Reparatur-arbeiten im inneren Bereich. 

Die Spezialität: Die Olympia SG 1 hatte eine sog. "Korrigierende Leertaste", mit der ein fehlender Buchstabe nachträglich in ein Wort "eingefügt" werden konnte.
Das fehlerhafte Wort wurde zunächst ausradiert und anschließend bei gleichzeitigem Drücken der Leertaste richtig geschrieben.
Die Zwischenräume vor und nach dem korrigierten Wort wurden bei diesem Vorgehen auf die Hälfte reduziert, die korrigierte Stelle ist dem Leser normalerweise nicht aufgefallen.
Diese Vorgehensweise wurde auch im Handbuch dokumentiert. Es gab sie in verschiedenen Farben mit Schrumpf- und Normallack. 

 

Der Nachfolger war dann die weiss-anthrazit farbige SG 3 mit neu designten 2-Schalen Gehäuse aus Aluminium.  Die Maschine blieb mechanisch weitgehend Identisch mit der SG 1, bekam aber ein Erscheinungsbild in neuem Design und Farbe. Die Maschine stand nun in einem Aluguss-Untergehäuse. Das ermöglichte, dass die weisse Oberverschalung ohne Werkzeug aus der Gummilagerung abgehoben werden konnte. Das war ein Vorteil zum Farbbandwechsel, Handhabung und Übersichtlichkeit.  6.4.2021

 


 

Die Olivetti Tekne 3
Diese Maschine wurde ab 1964 gebaut und das Design von Giovanni Pintori gestaltet.

Diese Maschinen waren die ersten elektrischen Maschinen von Olivetti, die als Typenhebelantrieb eine schwingende Fahne bekamen. Diese Antriebsfahne wird über den Motorantrieb auf Federspannung gebracht, die Federkraft beschleunigt dann sanft den Typenhebel zur Walze. Ab dann wurden bei Olivetti, alle folgenden elektrischen Typenhebelmaschinen mit dieser Technik gebaut.
Der Vorteil, immer gleiche Kraft im Anschlag, leise, kein zusammenhauen der Typenhebel möglich. Kaum Alterung und Abnutzung, keine Gummi-Beschichtungen im Antrieb. Damit
 kam Olivetti der wartungsarmen Maschine einen Schritt näher. Oft wurden auch gesinterte, selbst schmierende Achslager verbaut.
Was machte Olivetti noch besonders?
Raffinierte Mechanik und einfach ein anderes Gehäuse-Design. Die Olivetti-Maschinen bekamen immer wieder neue Formen, Inseltastaturen, kantige Elementgehäuse und freche Farben. Zwei Schrauben lösen und es können die Seitenteile und die Rückwand abgeklappt werden, sowie die Front abgehoben und weggelegt werden. Die Olivetti-Maschinen waren schon optisch einfach anders und moderner. Und sie gefiel sofort, oder sie wurden MIT "ÄÄÄhhh" abgelehnt, dann musste man die Kundin von der besseren Technik überzeugen.     20.2.2021