Hinweis, Sonderausstellung im Sternen Thayngen


Eine Underwood Modell 3 mit 14 Zoll Wagen

Eine kleine Anekdote eines Museumspflegers.

 

Seit dem letzten Bericht über das Schreibmaschinenmuseum, in den Schaffhauser Nachrichten werden uns wieder vermehrt Schätzchen für's Museum angeboten. Haus- oder Wohnungs-räumungen sind nicht selten auch ein Grund für eine plötzliche Erinnerung ans Schreibmaschinen-Museum. Oft bringen Museumsbesucher ihr früheres Bürowerkzeug gleich mit ins Museum, oder es gibt das Angebot der Nachlieferung. So machte ich letzte Woche wieder eine kleine Abhol-Exkursion.

 

 

 

Anfang Oktober bekam ich einen Anruf,  ich könnte für's Museum eine alte Schreibmaschine abholen. Sie stamme aus der Amtsstube eines Polizeipostens und er habe er sie zum Eigentum bekommen, als es auf dem Posten eine neue Schreibmaschine gab. Nun sei sie seit ca. 60 Jahren im Estrich verbracht, aber er komme da heute nicht mehr selber rauf.

 

Ich fuhr also zu einem schönen 50er-Haus an einem Rhein-Südhang, um das Museumstück sbzuholen. Ich bin ja noch einigermassen beweglich, rechnete aber nicht mit einer Bergrettung.

 

Für den Aufstieg zum Estrich wurde eine lose Bockleiter präsentiert. Als die Estrichklappe offen war, sah man grad an die Dachbalken und es gab da einen Schalter für's Licht. Über der Luke waren etwa 40cm Höhe. Richtung First war es ansteigend, man kann also bäuchlings zur Mitte krabbeln.

 

Die angestrebte Beute wurde schräg unter der Lampe erkennbar, wie sich herausstellte stand da eine Underwood Mod. 3  mit 14Zoll Wagen. Also kein leichtes Gerät. Ich schob sie Richtung Luke, dann war über die weitere Transportart zu entscheiden. Mann mit Maschine, das geht nicht, also Mann nach Maschine. Als Hilfsmittel diente dann ein beigebrachtes weisses 6m Verlängerungskabel. Angebunden, bei Underwood geht das am Wagen gut, habe ich sie dann, in den Gang herunter lassen können. Nachher musste ich rückwärts wieder zum Firstbereich kriechen, um mich zu wenden und mit den Beinen voran Richtung Luke zu rutschen und mit den Füssen die Bockleiter für den Abstieg zu finden. Das war vielleicht eine Kriecherei.

 

Unten angekommen versuchte ich eine erste Funktionskontrolle zu machen. Aber offenbar hatte dieses Maschinchen vor den 60 Jahren Estrich einen oder mehrere Regengüsse erdulden müssen, jedenfalls konnte ich keine der Tasten zum Aufschlag in die Typenführung bewegen, alle Typenhebel sind im Segment fest gerostet. Jederfalls sind hier die üblichen Bewegungen eine Type vor die Walze zu bringen erfolglos. So liegt bei vielen Spendenmaschinen die Entscheidung oft irgendwo zwischen den drei folgenden Möglichkeiten.

 

  1. Es ist ein seltenes Obekt und noch nicht in der Ausstellung vorhanden, oder es ist in besserem Zustand als das vorhandene Ausstellungsstück. Es kann als fertig gesäubertes "Ausstellungstück" in der Ausstellung präsentiert werden.
  2. Das Obekt ist selten, bedarf aber noch einer fachkundigen Aufbereitung für die Ausstellung.
  3. Ein gleichwertiges Objekt in gutem Zustand ist bereits in der Ausstellung. Es wird ins Lager verbracht, oder als "Teilespender" eingestuft und bekommt im ETL2 einen Standplatz.

 

                   Werner Alder                                                    16.10.2018


Die Bennett

Das bewundernswerte Kleinod in unserer Ausstellung.

Was wir heute als Notepad kennen, das war wohl ab 1907 die Bennett, jedoch kaum in dieser Stückzahl.
Die kleinste und leichteste "Kugelkopf"-Schreibmaschine der Welt.
Eine Tragbare Schreibmaschine mit Typenzylinder, bis Blattbreite 23cm. Und das alles ohne Strom und ohne Batterie. Weniger als 2.5kg .
Aus der Sammlung Raffael Störchli. Über 110 Jahre und kein bisschen müde.                                       13.8.2018

Eine genauere Beschreibung finden Sie hier http://www.stb-betzwieser.de/aktuelles/ausstellung/kategorien-1/junior.php